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Amoklauf in Newtown
Weltweite Trauer nach Massaker
Schild an der Straße zur Sandy Hook Grundschule.
Foto: dpa
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Es herrschen Fassungslosigkeit und Trauer über die Bluttat in Newtown. Bundeskanzlerin Merkel spricht den Familien ihr tiefes Mitgefühl aus und der Papst spricht einer „sinnlosen Tragödie“. Die Reaktionen im Überblick.

Der Amoklauf an einer Grundschule in den USA mit 27 Toten hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Politiker und der Papst äußerten sich zu dem Verbrechen.

Bundespräsident Joachim Gauck bekundete in einem Schreiben an US- Präsident Barack Obama seine Trauer um die Opfer des „grausamen Anschlags“. Er habe „mit großer Bestürzung“ von der Bluttat erfahren, der „so viele wehrlose Kinder, die am Anfang eines hoffnungsvollen Lebens standen, gemeinsam mit ihren Lehrern zum Opfer gefallen sind“, heißt es in dem vom Bundespräsidialamt verbreiteten Schreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte in einer am Samstag verbreiteten Mitteilung: „Die Nachrichten aus Newtown machen mich tieftraurig. Wieder einmal stehen wir voller Entsetzen vor einer Tat, die wir nicht begreifen können“, erklärte Merkel in einer am Samstag verbreiteten Mitteilung. „Der Gedanke an die ermordeten Schüler und Lehrer macht mir das Herz schwer. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, ihnen wünsche ich Kraft und Zuspruch, mögen sie in ihrem Schmerz nicht alleine bleiben.“

Papst Benedikt XVI. bezeichnete den Amoklauf als „sinnlose Tragödie“. Er übermittelte in einem Telegramm an das Bistum Bridgeport in Connecticut seine tiefe Trauer, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Der Papst bitte Gott, die Trauernden zu trösten. Er sei sofort über die Bluttat informiert worden, hieß es.

Königin Elizabeth II. zeigte sich ebenfalls „tief geschockt“ und betroffen. „Insbesondere die Nachricht, dass so viele der Opfer Kinder sind“, habe sie „traurig“ gemacht, schrieb die Queen laut britischer Nachrichtenagentur PA am Freitagabend an Obama.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wandte sich in einem Schreiben an den Gouverneur von Connecticut. Kinder ins Visier zu nehmen, sei „abscheulich und undenkbar“, hieß es in dem am Freitagabend (Ortszeit) in New York verbreiteten Schreiben an Dan Malloy. Auch Kremlchef Wladimir Putin schickte ein Beileids-Telegramm an Obama.

Thüringens stellvertretender Ministerpräsident Christoph Matschie (SPD) zeigte sich am Samstag tief betroffen. Die Thüringer hätten selbst schon eine so furchtbare Erfahrung machen müssen, sagte Matschie und erinnerte an das Schulmassaker am Erfurter Gutenberg- Gymnasium im April 2002. Dort hatte ein 19-Jähriger Schüler 16 Menschen und sich selbst getötet.
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden rät den Eltern der Opfer, schnell Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Sie fallen in ein Riesenloch hinein. Das kommt ja aus heiterem Himmel, darauf kann man sich nicht vorbereiten“, sagte Hardy Schober, der Vorsitzende des Bündnisses, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Am 11. März 2009 hatte Tim K. in seiner früheren Realschule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Schober hatte bei dem Amoklauf seine 15-jährige Tochter Jana verloren. (dpa)

Amokläufe an US-Schulen und Universitäten
Amokläufe an US-Schulen und Universitäten In den vergangenen Jahren ist es mehrfach zu Amokläufen an amerikanischen Schulen und Universitäten mit vielen Toten gekommen. Ein Überblick:
3. April 2012: Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.
14. Februar 2008: Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.
10. Oktober 2007: Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.
16. April 2007: Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.
12. Oktober 2006: Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.
21. März 2005: Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.
20. April 1999: Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst. (dpa)
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